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Tramway de Grenoble Ă Chapareillan
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| Tramway de Grenoble Ă Chapareillan | Tramway de Grenoble Ă Chapareillan |
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| Zwei Triebwagen und ein GepÀckwagen mit 1.-Klasse-Abteil des T.G.C. im Bahnhof Crolles , 1901 | Zwei Triebwagen und ein GepÀckwagen mit 1.-Klasse-Abteil des T.G.C. im Bahnhof Crolles , 1901 |
| StreckenlÀnge: | 42,8 km |
| Spurweite : | 1000 mm ( Meterspur ) |
| Stromsystem : | 1200 V = |
| Maximale Neigung : | 40 â° |
| Minimaler Radius : | 35 m |
| Streckengeschwindigkeit: | 25 km/h |
| | |
| Region (FR): | Auvergne-RhĂŽne-Alpes |
Der Tramway de Grenoble Ă Chapareillan (T.G.C.) war eine von Grenoble ausgehende meterspurige, eingleisige Schmalspurbahn im französischen DĂ©partement IsĂšre. Sie wurde mit straĂenbahnĂ€hnlichen Elektrotriebwagen befahren und wies als Besonderheit eine zweipolige Oberleitung auf.
Das breite GrĂ©sivaudantal zwischen den Massiven Chartreuse und Belledonne ist eine Hauptverkehrsader. Es nimmt, neben dem ehemals schiffbaren Fluss IsĂšre, heute eine Autobahn, zwei HauptstraĂen und eine zweigleisige Eisenbahnstrecke auf. Hinzu kamen zwei Kleinbahnen: der T.G.C. und der Tramway de Grenoble Ă DomĂšne der Voies ferrĂ©es du DauphinĂ© (V.F.D.).
Contents
âą Vorgeschichte
âą Baugeschichte
âą Strecke
âą Geschichte
âą Fahrzeuge
âą Betrieb
âą Weblinks
âą Literatur
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Vorgeschichte
Die Hauptbahn der Compagnie des chemins de fer de Paris Ă Lyon et Ă la MĂ©diterranĂ©e (P.L.M.) und die 1898 eröffnete V.F.D.-Strecke erschlossen das sĂŒdöstliche Ufer der IsĂšre. Bewohner der Orte nordwestlich des Flusses mussten jenen ĂŒberqueren, um zu einer oft mehr als 4 km entfernten Bahnstation zu gelangen. Darum wurde Ende des 19. Jahrhunderts beschlossen, auch auf dieser Seite eine Bahn fĂŒr den Personen- und GĂŒterverkehr zu bauen. Sie sollte die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen entfernteren Orte erschlieĂen, deren Rebstöcke durch die Reblaus vernichtet worden waren, wie auch die Vororte zwischen Grenoble und Saint-Ismier. Zudem erhielt sie eine innerstĂ€dtische Bedeutung durch die Bedienung des Stadtteils Ăle Verte. 1893 wurde das Projekt Tramway Ă vapeur de Grenoble au Touvet, eine 26,44 km lange dampfbetriebene Kleinbahn, ins Leben gerufen. Grenoble forderte die StreckenfĂŒhrung bis zum Fernbahnhof der P.L.M., die DĂ©partementsverwaltung auf Betreiben der Gemeinden im Tal die VerlĂ€ngerung ĂŒber Le Touvet hinaus bis Chapareillan. Am 24. Februar 1894 wurde den zustĂ€ndigen Behörden das Gesuch um Genehmigung dieser Bahn vorgelegt. Der notwendige Bescheid bezĂŒglich der GemeinnĂŒtzigkeit des Unterfangens lieĂ bis zum 31. Dezember 1895 auf sich warten. Die Unternehmer Claret und Thouvard erhielten gegen die Zahlung eines Betrags von 213,00 Franc die Genehmigung, die Bahn zu bauen und sie 75 Jahre lang zu betreiben. Das Geld war fĂŒr die Begradigung der Route nationale 90 bis Montbonnot, in deren Planum die Bahn verlaufen sollte, und den Bau einer BrĂŒcke ĂŒber die IsĂšre vorgesehen. Die Betreiber verpflichteten sich, auf Subventionen zu verzichten, nur französisches Rollmaterial einzusetzen und nur französisches Personal einzustellen.
Baugeschichte
1896 wurde mit einem Kapital von 2 Millionen Franc eine Aktiengesellschaft ins Leben gerufen. Da mittlerweile der Bau einer elektrischen Bahn möglich schien, beantragten die kĂŒnftigen Betreiber, ein umfangreicheres Netz realisieren zu dĂŒrfen. Neben der Strecke nach Chapareillan sollte eine Bahn von Grenoble nach Voreppe mit einer weiteren Zweigstrecke gebaut werden. Dieses Projekt wurde aber nicht bewilligt, auch eine 18 km lange VerlĂ€ngerung von Chapareillan nach ChambĂ©ry kam nicht zustande.
Am 5. August 1896 wurde vorbehaltlich kleinerer Ănderungen der Vorentwurf der TrassenfĂŒhrung vorgelegt, am folgenden 18. Dezember waren die PlĂ€ne fertiggestellt. Die verschiedenen Abschnitte wurden zwischen dem 23. MĂ€rz und dem 5. Oktober 1897 genehmigt. BezĂŒglich des Rollmaterials ging am 1. Januar 1898 ein Kostenvoranschlag ein, am 3. Februar wurde mit dem Unternehmen Schneider der Kaufvertrag geschlossen. Mitte Februar erging der Beschluss bezĂŒglich der erforderlichen GelĂ€ndeenteignungen, am 28. August wurde der elektrische Betrieb der Bahn gestattet.
Dem Fortschritt der Bauarbeiten entsprechend wurde die Bahn in vier Etappen eröffnet. Von der Place Notre-Dame in der nordöstlichen Grenobler Altstadt fuhr der erste Zug am 13. Dezember 1899 zunĂ€chst bis zum 17 km entfernten Crolles. Am 6. Januar 1900 folgte die VerlĂ€ngerung bis Le Touvet, der östliche Endpunkt Chapareillan wurde am 12. MĂ€rz 1900 erstmals von einem Personenzug erreicht. Der GĂŒterverkehr auf der gesamten Strecke begann acht Tage spĂ€ter am 20. MĂ€rz.
Um von Ăle Verte kommende ZĂŒge zum Fernbahnhof der P.L.M. fĂŒhren zu können, war eine Ăbereinkunft mit der SociĂ©tĂ© Grenobloise de Tramways Electriques (S.G.T.E.), dem Betreiber der stĂ€dtischen StraĂenbahn, erforderlich. Sie beinhaltete u. a. den Verzicht auf die HĂ€lfte der innerhalb des Stadtgebiets erzielten Einnahmen und auf eine direkte FĂŒhrung zum Bahnhof durch die Innenstadt. Stattdessen musste die zu bauende Strecke zwischen der IsĂšrebrĂŒcke Pont de la Citadel und der Place de la Bastille (heute: Place Hubert Dubedout) entlang der sĂŒdlichen UferstraĂen gefĂŒhrt werden. Auf diesem Abschnitt wurde am 14. MĂ€rz 1901 der Personen- und tags darauf der GĂŒterverkehr aufgenommen. Er zweigte kurz vor dem bisherigen Endpunkt Place Notre-Dame nach Norden ab und erreichte ĂŒber die Place Lavalette â das dortige Gleis wurde gemeinsam mit der S.G.T.E. genutzt â das Flussufer. Zwischen der Place de la Bastille und dem Bahnhofsplatz Place de la Gare befuhren die ZĂŒge die Rue Casimir Brenier.
In Grenoble musste die Mauer des MilitĂ€rgefĂ€ngnisses versetzt werden. Die Baukosten fĂŒr die Strecke beliefen sich â von den Grunderwerbskosten abgesehen â auf 85.00 Franc/km.
Strecke
Das Gleis mit einer Spurweite von 1000 mm entsprach den Anforderungen des Lastenhefts fĂŒr StraĂenbahnen. Verlegt wurden im StraĂenbereich Rillenschienen der Bauart âBrocaâ mit einer Masse von 40 kg/m, ansonsten 25 kg/m schwere Vignolschienen mit einer LĂ€nge von je 10 m. Der Mindestradius betrug 40 m auĂer- und 35 m innerorts, die Steigungen betrugen bis zu 40 â°.
Die Strecke war durchgehend eingleisig mit Kreuzungsmöglichkeiten in den Bahnhöfen. Wo immer es sich verwirklichen lieĂ, wurden existierende StraĂen bzw. deren RĂ€nder genutzt, was nicht unerhebliche Steigungen mit sich brachte. Niedrigster Punkt war die Place Notre Dame mit 211,56 m, höchster der Col de La FlachĂšre mit 424,78 m. Der Endbahnhof Chapareillan lag in 277,00 m Höhe. Der Anteil an geraden Strecken belief sich auf 75,33 % zwischen der Place de la Gare und der Place Notre-Dame und 72,24 % von dort bis Chapareillan. Wichtigste Kunstbauten waren ein 15 m langes eisernes Viadukt zwischen Saint-Ismier und Saint-Nazaire und eine 12 m lange gemauerte BogenbrĂŒcke östlich des Bahnhofs Le Touvet. Die Mehrzahl der Bahnhöfe besaĂ nur einen Hausbahnsteig, das zweite Gleis war GĂŒterzĂŒgen vorbehalten und diente nur in AusnahmefĂ€llen dem Kreuzen von PersonenzĂŒgen. Die StationsgebĂ€ude waren weitgehend standardisiert. Einige Gemeinden errichteten nachtrĂ€glich auf eigene Kosten Bauten bzw. Anbauten, so Pontalieu einen Unterstand fĂŒr FahrgĂ€ste und Saint-Nazaire 1923 einen ĂŒberdachten GĂŒterbahnsteig. Ăstlich des Bahnhofs Ăle Verte wurden abseits der Trasse der Grenobler GĂŒterbahnhof und der Betriebshof (DĂ©pĂŽt-Marchandises) angelegt.
Die Kilometrierung begann an der Place Notre-Dame, weitere Bahnhöfe waren
âą Ăle Verte (km 0,930, zweigleisig mit Abzweig zum Betriebshof und GĂŒterbahnhof DĂ©pĂŽt-Marchandises),
âą Meylan (km 4,576, zweites Gleis nur fĂŒr GĂŒterverkehr, BahnhofsgaststĂ€tte),
âą Montbonnot-Saint-Martin (km 7,223, zweites Gleis nur fĂŒr GĂŒterverkehr),
âą Saint-Ismier (km 10,059, anfangs zweites Gleis nur fĂŒr GĂŒterverkehr, keine BahnsteigĂŒberdachung),
âą Saint-Nazaire (km 12,110, zweites Gleis nur fĂŒr GĂŒterverkehr),
âą Bernin (km 14,898),
âą Crolles (km 16,937),
âą Lumbin (km 20,702, zweites Gleis nur fĂŒr GĂŒterverkehr),
âą La Terrasse (km 22,884, zweites Gleis nur fĂŒr GĂŒterverkehr),
âą Le Touvet (km 27,503, anfangs zweites Gleis nur fĂŒr GĂŒterverkehr),
âą Saint-Vincent-de-Mercuze (km 29,930, zweites Gleis nur fĂŒr GĂŒterverkehr),
âą La FlachĂšre (km 33,053, zweites Gleis nur fĂŒr GĂŒterverkehr),
âą Barraux (km 37,095) und
âą Chapareillan (km 41,180).
Von der Place Notre-Dame zur â nur ĂŒber fremde Gleise erreichbaren â Station Grenoble-Postes, wo GĂŒterwagen zwischen den Schmalspurbahnen wechseln konnten, betrug die Entfernung 1,635 km. Kopfmachende GĂŒterzĂŒge konnten von der Place de la Gare ĂŒber ein Gleis der Voies FerrĂ©es du DauphinĂ© (V.F.D.) in der Rue Emile Gueymard den Umladebahnhof mit der P.L.M., zunĂ€chst Grenoble-Abattoirs, spĂ€ter Grenoble-Polygone genannt, erreichen. Der von der Place Notre-Dame 1,386 km entfernte Bahnhof diente auch den drei anderen meterspurigen Betrieben V.F.D. sowie G.V.L. und C.E.N. (bzw. deren Nachfolger S.G.T.E.) als GĂŒterumladestation.
An der Strecke existierten vier private GleisanschlĂŒsse:
âą km 19,170: zur Standseilbahn Saint-Hilaire du Touvet
âą km 21,100: zu einer EisengieĂerei
âą km 24,800: zum Weiler La Frette fĂŒr die ZuckerrĂŒbenabfuhr
âą km 39,955: zur Tabakfabrik in La Servette, wo ab 1916 Rohlinge fĂŒr Granaten hergestellt wurden
Die Bahnhöfe standen fĂŒr den Personen- und den GĂŒterverkehr zur VerfĂŒgung. Grenoble-Ville und â als einziger Haltepunkt â La Tronche wickelten in beschrĂ€nktem MaĂ (bis 200 kg) GĂŒterverkehr ab, im Stadtverkehr von Grenoble verkehrende ZĂŒge beförderten keine GĂŒter.
Bedeutendste Station war der dreigleisige Endbahnhof Chapareillan, der ĂŒber ein kleines Betriebswerk mit einem zweistĂ€ndigen Lokschuppen mit zwei Gruben verfĂŒgte. Er hatte eine Drehscheibe, ein Freiladegleis und mehrere Abstellgleise. Drei Durchgangsgleise wiesen auch die Bahnhöfe Barraux, Le Touvet (nach Umbau), Crolles (mit zweistĂ€ndigem Schuppen), Bernin und Saint-Ismier (nach Erweiterung) auf.
Von der Ăle Verte kommend endeten die ZĂŒge zum Teil an der Station Grenoble-Ville auf der Place Notre-Dame, einem zweigleisigen Endbahnhof mit Ausziehgleis. Andere ZĂŒge bogen kurz vorher auf die Place Lavalette ab und endeten vor dem Fernbahnhof der P.L.M. auf der Place de la Gare. Bei einem Ă€hnlichen Gleisplan wie Grenoble-Ville gab es dort ein zusĂ€tzliches Abstellgleis und eine Gleisverbindung zu den V.F.D. fĂŒr den GĂŒterverkehr.
Auf dem kurzen Abschnitt zwischen Grenoble-Ville und Ăle Verte existierten ein Haltepunkt und zwei Bedarfshaltepunkte. AuĂerhalb der Stadt gab es vier Haltepunkte und zwanzig Bedarfshaltepunkte. Von touristischer Bedeutung war der Haltepunkt Montfort-Funiculaire an der Talstation der 1924 eröffneten Standseilbahn Saint-Hilaire du Touvet, die zu einem Sanatorium fĂŒr Tuberkulosekranke auf dem Plateau des Petites Roches fĂŒhrte.
Der Bahnhof DĂ©pĂŽt-Marchandises wies fĂŒr das Betriebswerk einen fĂŒnfstĂ€ndigen Schuppen mit Anbauten sowie ein VerwaltungsgebĂ€ude mit Kantine und GĂŒterschuppen, Rangier-, Abstell- und Ladegleise auf.
Geschichte
ZunĂ€chst war geplant, die Bahn nur bis Saint-Ismier zu elektrifizieren und die ZĂŒge der Relation Grenoble â Chapareillan mit DampfzĂŒgen zu betreiben. Letztlich entschied man sich jedoch fĂŒr einen durchgehend elektrischen Betrieb.
Bis dahin wurden entsprechende Bahnen in Frankreich ĂŒber eine Oberleitung mit einer Gleichspannung von 600 V versorgt. Höhere Spannungen lieĂ das Isoliermaterial auf Papier- und Baumwollbasis nicht zu. FĂŒr die verhĂ€ltnismĂ€Ăig lange Strecke des T.G.C. suchte man nach einer Lösung, SpannungsabfĂ€lle nicht durch eine ĂŒbermĂ€Ăige Erhöhung der Zahl der Einspeisepunkte kompensieren zu mĂŒssen.
FĂŒr die Stromversorgung wurde daher erstmals ein System aus zwei parallelen FahrdrĂ€hten entwickelt, wie es bald darauf auch bei Oberleitungsbussen Anwendung fand. Die DrĂ€hte der zweipoligen Oberleitung fĂŒhrten gegenĂŒber dem Gleis +600 V und â600 V, was eine Spannungsdifferenz von 1200 V untereinander bedeutete. ZusĂ€tzlich wurden parallel verlaufende Speiseleitungen installiert. Somit konnten die Triebwagen von zwei in Reihe geschalteten 600-V-Elektromotoren bewegt werden. Die beiden KupferdrĂ€hte der Oberleitung hatten einen Durchmesser von 9 mm, ihr Abstand voneinander betrug durchwegs 70 cm.
Ein bahneigenes Wasserkraftwerk bei Lancey am SĂŒdufer der IsĂšre versorgte den T.G.C. mit Strom. Es erbrachte das 1,5fache der maximal benötigten Leistung und konnte Strom an Dritte abgeben. Im Dezember 1910 wurde die Anlage durch einen Erdrutsch schwer beschĂ€digt, was den Bahnverkehr zwei Monate lang beeintrĂ€chtigte.
Im Zuge des Bahnbaus wurde die StraĂenbrĂŒcke Pont de lâĂle-Verte ĂŒber die IsĂšre errichtet. Die TrassenfĂŒhrung wurde 1909 östlich von Barraux und 1933 in Bernin verĂ€ndert. 1931 wurden in La Tronche und Aiguinards Kreuzungsgleise angelegt. 1937 erhielt der bisherige Haltepunkt Montbonnot ein zweites Gleis und im folgenden Jahr ein StationsgebĂ€ude.
Am 1. Januar 1931 wurde der T.C.G., der nicht nur mit finanziellen Schwierigkeiten zu kĂ€mpfen hatte, von den V.F.D. ĂŒbernommen. Zwischen den beiden Netzen wurde in Grenoble eine zweite Gleisverbindung ĂŒber den Boulevard Edouard Rey geschaffen, die es den V.F.D.-ZĂŒgen erleichterte, den Betriebshof Ăle Verte zu erreichen und zudem die FahrgĂ€ste aus Richtung La Tronche direkt ins Stadtzentrum brachte. V.F.D.-Triebwagen nutzen unter der T.C.G.-Oberleitung nur einen der beiden FahrdrĂ€hte. Umgekehrt legten ehemalige T.C.G.-Triebwagen, die fortan â unter V.F.D.-Fahrleitung â auch bis Aiguinards kamen, in diesem Fall nur einen Stromabnehmer an und liefen mit halber Leistung.
Ein Kurzschluss in der Motoren-Reparaturwerkstatt setzte am 14. Juli 1932 das Betriebswerk in Brand. Dabei wurden u. a. zwei Triebwagen und zwei Beiwagen zerstört, zahlreiche Fahrzeuge wurden beschĂ€digt. Am 15. Mai 1933 wurde der Gesamtverkehr zwischen Le Touvet und Chapareillan eingestellt und die ZĂŒge durch Busse und Lastkraftwagen ersetzt. Ab dem 8. Oktober jenes Jahres fuhr noch an Sonn- und Feiertagen ein Reisezug ĂŒber Montfort-Funiculaire hinaus. Weitere RĂŒckzugsetappen waren:
âą 1. Januar 1937 GĂŒterverkehr nur noch auf dem Abschnitt Grenoble â Crolles
âą 1. Mai 1937 Betriebseinstellung zwischen Saint-Ismier und Le Touvet
âą 17. Juni 1939 Stilllegung des Abschnitts Montbonnot â Chapareillan
Der Zweite Weltkrieg verhinderte vorĂŒbergehend weitere Reduktionen. Jedoch bereits am 9. Dezember 1946 wurde â rĂŒckwirkend zum 1. Dezember â die Einstellung des Betriebs zwischen Aiguinards und Montbonnot beschlossen. Von Aiguinards zur Place Notre-Dame verkehrte der letzte Zug am 31. Oktober 1947, anderntags war der Tramway de Grenoble Ă Chapareillan endgĂŒltig Geschichte. Die offizielle Stilllegung des Restabschnitts erfolgte am 15. MĂ€rz 1948.
Fahrzeuge
Die WagenkĂ€sten der nach dem Vorbild der S.G.T.E. entwickelten Triebwagen wurden von der Compagnie française de matĂ©riel de chemin de fer in Ivry-sur-Seine geliefert, der mechanischen Teil stammte von Schneider in Le Creusot als französischer Vertreter des Genfer Unternehmens Compagnie de lâindustrie Ă©lectrique et mĂ©canique (CIEM). Die zweiachsigen Zweirichtungs-Fahrzeuge, die nur die 2. Wagenklasse fĂŒhrten, waren ĂŒber Puffer 8,50 m lang, 2,30 m breit und 3,75 m hoch. Ihr Achsenabstand betrug lediglich 2,00 m, was bei einseitiger Belastung zu StabilitĂ€tsproblemen fĂŒhren konnte. Das Leergewicht betrug 11 t, das maximal zulĂ€ssige Gesamtgewicht 14 t. Den FahrgĂ€sten standen 18 in Abteilform angeordnete SitzplĂ€tze und je 10 StehplĂ€tze auf den Plattformen zur VerfĂŒgung. Beleuchtung und Heizung â letztere in Form von WiderstĂ€nden unter den BĂ€nken â erfolgten elektrisch. Die beiden Traktionsmotoren leisteten jeweils 35 PS. Gebremst wurde von Hand und elektromagnetisch, die elektromagnetischen Bremsen konnten vom Fahrstrom wie auch von den â in diesem Fall als Generatoren wirkenden â Motoren aktiviert werden. 1931 wurden sie bei den zehn noch vorhandenen Triebwagen durch Druckluftbremsen ersetzt. Die Stromzufuhr erfolgte ĂŒber zwei Trolleystangen, zunĂ€chst mit Schleifschuhen, spĂ€ter mit Kontaktrollen. Trotz der schwachen Motorisierung waren die Triebwagen in der Lage, AnhĂ€ngelasten von ca. 19 t, d. h. 3 Personen- oder 4 GĂŒterwagen, mit 15 km/h ĂŒber die 40-Promille-Rampe vor Chapareillan zu ziehen.
Die 7,35 m langen GĂŒtertriebwagen waren mit 12 t Leermasse schwerer und mit zwei 50 PS leistenden Motoren stĂ€rker als die fĂŒr den Personenverkehr. Sie wurden zuletzt nur noch im Verschiebedienst im Betriebshof eingesetzt und 1938 verkauft.
Zum Zeitpunkt der Eröffnung waren 11 Triebwagen, 2 GĂŒtertriebwagen, 5 GepĂ€ckwagen mit Post- und 1.-Klasse-Abteil, 10 geschlossene Personenwagen mit Abteilen beider Wagenklassen und 10 offene Sommerwagen der 2. Klasse vorhanden. Der Bestand von 26 GĂŒterwagen verteilte sich auf gedeckte, offene und flache Wagen. Im Laufe des Bestehens des T.G.C. erfuhr der Fahrzeugpark nur geringfĂŒgige VerĂ€nderungen.
Alle Fahrzeuge wiesen â wie die Triebwagen â einen Achsenabstand von 2,00 m, Mittelpuffer und Stangenkupplungen mit Spannvorrichtungen auf. Die Abteile auch der Beiwagen wurden elektrisch beheizt und beleuchtet. Im GepĂ€ckwagen wies das 1.-Klasse-Abteil sieben, im geschlossenen Personenwagen sechs SitzplĂ€tze auf. Dort gab es eine TĂŒr zwischen den Abteilen beider Klassen, in der 2. Klasse waren 12 SitzplĂ€tze auf HolzbĂ€nken vorhanden. Im Sommerwagen fassten die HolzbĂ€nke 28 Personen, dazu gab es auf den Plattformen jeweils zwei Klappsitze. Die Personenwagen waren zunĂ€chst kastanienbraun, nach der Ăbernahme des Betriebs durch die V.F.D. dann grĂŒn lackiert. Die Fahrzeuge fĂŒr den GĂŒterverkehr waren artilleriegrau mit schwarzen BeschlĂ€gen.Mittelpuffer und Stangenkupplungen mit Spannvorrichtungen auf. Die Personenwagen waren zunĂ€chst kastanienbraun, nach der Ăbernahme des Betriebs durch die V.F.D. dann grĂŒn lackiert. Die Fahrzeuge fĂŒr den GĂŒterverkehr waren artilleriegrau mit schwarzen BeschlĂ€gen.
FĂŒr den GĂŒterverkehr zu den GleisanschlĂŒssen mietete der T.G.C. von den V.F.D. insgesamt vier dreiachsige Dampflokomotiven des Typs Corpet Louvet 030T und 40 GĂŒterwagen. In Bernin, Crolles, Le Touvet, Chapareillan und Grenoble-Polygone wurden deshalb WasserkrĂ€ne und (Ausnahme: Le Touvet) Schlackegruben, an den beiden letztgenannten Stationen auch Bekohlungsanlagen installiert.
Betrieb
Der Sommerfahrplan des Jahres 1900 wies ab Place Notre-Dame 33 werktĂ€gliche Zugpaare aus, von denen jedoch nur vier den Endbahnhof Chapareillan erreichten. Drei ZĂŒge endeten in Le Touvet, vier bereits in Crolles. 18 ZĂŒge kamen nicht ĂŒber Saint-Ismier hinaus, die ĂŒbrigen endeten in Montbonnot-Saint-Martin, La Tronche oder Ăle Verte. Von der Place de la Gare zum Bahnhof Ăle Verte liefen 11 weitere Zugpaare, die dazwischen sieben innerstĂ€dtische Haltepunkte bedienten. Die Fahrzeiten orientierten sich an den zulĂ€ssigen Höchstgeschwindigkeiten: 25 km/h auf unabhĂ€ngiger Trasse, 20 km/h auf LandstraĂen, 12 km/h innerorts und 6 km/h vor militĂ€rischen Einrichtungen. Die Fahrt von der Place Notre-Dame bis Saint-Ismier dauerte 48 Minuten, nach Chapareillan und umgekehrt ca. 2:45 Stunden.
Im Sommerfahrplan 1931 gab es werktags noch 28 Zugpaare, von denen vier bis Le Touvet liefen. Eines davon verkehrte durchgehend bis zur Place de la Gare, Chapareillan wurde nicht mehr angefahren.
Weblinks
âą Tramway Grenoble â Chapareillans mit Karte und zahlreichen historischen Fotos (französisch)
âą Vestiges du TGC â VallĂ©e du GrĂ©sivaudan Erhaltene Bauwerke der T.G.C. (französisch)
Literatur
Dominique Allemand, Patrice Boullin: Le Tramway de Grenoble à Chapareillan. Imprimerie Boulevards Bouvarel Réunis, Grenoble 1985, ISBN 2-905447-02-8.